Beim Ein- und Auslagern in Regalanlagen muss die zulässige Belastung der Lagereinrichtungen eingehalten werden. Entscheidend sind die Fachlast (die Last, die von einer Regalseite aus in ein Fach eingebracht werden kann) und die Feldlast (die Summe der Fachlasten in einem Feld, in der Regel gleichmäßig verteilt). Die zulässige Belastung darf nicht überschritten und die Standsicherheit nicht beeinträchtigt werden; Ladeeinheiten dürfen nicht stoßartig abgesetzt werden (DGUV Regel 108-007, Abschnitt 5.1).
Vor dem Anheben in der Höhe ist der Mast senkrecht zu stellen, damit die Last sicher und lotrecht ins Fach eingebracht werden kann. In großer Hubhöhe sinkt die zulässige Resttragfähigkeit des Staplers, und das Lastdiagramm ist zu beachten. Lasten dürfen in den Regalen nur so abgesetzt werden, dass sie nicht in den Fahrbereich der Flurförderzeuge hineinragen (DGUV Vorschrift 68, § 35).
Zu Mindestabständen und zum Zustand der Anlage gilt:
Beim standsicheren Stapeln sind Stapel lotrecht zu errichten; übersteigt die Neigung mehr als 2 %, sind sie gefahrlos abzubauen. Der Standsicherheitsfaktor gegen Kippen muss mindestens 2,0 erreichen. Aus Schmalgängen darf nur mit Kriechgeschwindigkeit (bis 2,5 km/h) und bodenfrei (bis 0,50 m über Flur) angehobenem Lastaufnahmemittel herausgefahren werden.
Beschädigte Regalteile und festgestellte Mängel, durch die Versicherte gefährdet werden können, müssen unverzüglich gemeldet und behoben werden; bis dahin sind die betroffenen Einrichtungen der Benutzung zu entziehen. Kraftbetriebene Regale sind mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen zu prüfen.
1. Was bezeichnet der Begriff 'Fachlast' bei einem Regalsystem?
Die Fachlast ist die Last, die von einer Regalseite aus in ein Fach eingebracht werden kann. Sie ist nicht das Gesamtgewicht des Regals. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 4.2.7.2 (Definition Fachlast))
2. Wie ist die 'Feldlast' eines Regalfeldes definiert?
Die Feldlast ist die Summe der Fachlasten in einem Feld, in der Regel bei gleichmäßig verteilter Last. Sie umfasst also alle Fächer übereinander in einem Feld. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 4.2.7.3 (Definition Feldlast))
3. Welche Angaben müssen auf dem Belastungsschild eines kennzeichnungspflichtigen ortsfesten Regals deutlich erkennbar und dauerhaft angebracht sein?
Auf dem Belastungsschild müssen die zulässigen Fach- und Feldlasten sowie Hersteller, Typ und Baujahr angegeben sein. So weiß der Lagerarbeiter, wie viel er einlagern darf. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 4.2.7.1 (Kennzeichnung))
4. Ab welcher Belastung besteht für ortsfeste Regale die Pflicht zur Kennzeichnung mit den zulässigen Lasten?
Die Kennzeichnungspflicht greift ab einer Fachlast über 200 kg oder einer Feldlast über 1000 kg. Unterhalb dieser Werte ist kein Belastungsschild vorgeschrieben. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 4.2.7.1 (Kennzeichnung))
5. Auf dem Belastungsschild eines Regalfaches steht eine zulässige Fachlast von 800 kg. Wie verhalten Sie sich richtig?
Die zulässige Fachlast darf nicht überschritten werden. Eine Überschreitung gefährdet die Tragfähigkeit und Standsicherheit des Regals. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 5.1.1 (Betrieb – Belastung))
6. Ein Regalfeld hat fünf Fächer mit jeweils 300 kg zulässiger Fachlast. Wie hoch ist die zulässige Feldlast in der Regel?
Die Feldlast ist die Summe der Fachlasten in einem Feld, hier also 5 × 300 kg = 1500 kg. Die zulässige Feldlast kann jedoch durch eine eigene Angabe auf dem Schild begrenzt sein. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 4.2.7.3 (Definition Feldlast))
7. Wie viel darf die Abweichung der Regalstützen von der Lotrechten in Längs- und Tiefenrichtung höchstens betragen?
Regale müssen lotrecht aufgestellt sein; die Abweichung der Stützen darf 1/200 der Regalstützenhöhe nicht überschreiten. Größere Schiefstellungen mindern die Standsicherheit. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 4.2.6 (Aufstellung))
8. Beim Einlagern bemerken Sie, dass ein Regalträger verbogen und ein Standfuß angefahren ist. Wie handeln Sie richtig?
Festgestellte Mängel, durch die Versicherte gefährdet werden können, müssen unverzüglich behoben werden; bis dahin ist das Regal der Benutzung zu entziehen. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 5.1 (Beseitigung von Mängeln))
9. Sie setzen eine Palette in ein Regalfach. Welches Verhalten ist beim Absetzen korrekt?
Ladeeinheiten dürfen nicht stoßartig abgesetzt werden, und die Standsicherheit darf nicht beeinträchtigt werden. Stöße können Träger lösen oder das Regal beschädigen. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 5.1.2 (Betrieb – Belastung))
10. Welchen Mindestwert muss der Standsicherheitsfaktor gegen das Kippen von Lagereinrichtungen erreichen?
Der Standsicherheitsfaktor gegen Kippen muss mindestens 2,0 betragen, und der Nachweis ist auch für den unbeladenen Zustand zu erbringen. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Anhang 1 i. V. m. Abschnitt 4.1.2.5 (Standsicherheitsfaktor))
11. Warum müssen Träger (Auflagen) an Regalen, die mit Fördermitteln be- und entladen werden, gesichert sein?
Träger müssen gegen ungewolltes Ausheben gesichert sein, damit sie sich beim Ein- und Auslagern nicht unbeabsichtigt lösen. Ein gelöster Träger könnte mitsamt Last herabstürzen. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 4.2.3 (Sicherung der Träger/Auflagen))
12. Gegen welche Aushebekraft müssen Träger an Regalen, die mit Fördermitteln be- und entladen werden, gesichert sein?
Die Trägersicherung muss einer Aushebekraft von mindestens 7500 N und höchstens 10000 N standhalten. So lösen sich die Träger beim Auslagern nicht unbeabsichtigt. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 4.2.3 (Sicherung der Träger/Auflagen))
13. Wie muss der Anfahrschutz an Eckbereichen ortsfester Regale beschaffen sein, die mit nicht leitliniengeführten Fördermitteln beladen werden?
Der Anfahrschutz darf nicht mit dem Regal verbunden sein, muss gelb-schwarz gekennzeichnet und mindestens 0,3 m hoch sein. Er soll Anfahrstöße aufnehmen, ohne sie ins Regal zu leiten. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 4.2.5 (Anfahrschutz))
14. Welche Energie muss ein ausreichend dimensionierter Anfahrschutz an einem Regal mindestens aufnehmen können?
Ein Anfahrschutz gilt als ausreichend dimensioniert, wenn er mindestens 400 Nm Energie aufnehmen kann. Er schützt so die Regalstützen vor Anfahrschäden. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 4.2.5 (Anfahrschutz))
15. In welchem Mindestintervall müssen kraftbetriebene Regale durch einen Sachkundigen geprüft werden?
Kraftbetriebene Regale müssen nach Bedarf, mindestens jedoch einmal jährlich, von einem Sachkundigen geprüft werden; über das Ergebnis sind Aufzeichnungen zu führen. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 6.1 (Prüfung))
16. Bei einem Doppel-Regal, das von beiden Seiten mit nicht leitliniengeführten Staplern beladen wird, ist bei mittiger Einlagerung kein ausreichender Sicherheitsabstand zwischen den größten Ladeeinheiten gewährleistet. Welche Maßnahme ist erforderlich?
Fehlt der ausreichende Sicherheitsabstand bei mittiger Einlagerung, ist eine Durchschiebesicherung erforderlich, die bis mindestens 150 mm Höhe wirksam ist. Sie verhindert, dass Lasten auf die Gegenseite durchgeschoben werden. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitte 4.2.4.4 und 4.2.4.5)
17. Wie müssen Stapel aus Paletten oder Stapelbehältern grundsätzlich errichtet werden?
Stapel sind lotrecht zu errichten. Eine Schiefstellung beeinträchtigt die Standsicherheit und kann zum Umkippen führen. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 5.3 (Stapelung von Paletten und Stapelbehältern))
18. Ab welcher Neigung eines Stapels aus Paletten muss dieser in gefahrloser Weise abgebaut werden?
Übersteigt die Neigung eines Stapels 2 %, ist er in gefahrloser Weise abzubauen. Schon eine geringe Schiefstellung kann die Standsicherheit gefährden. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 5.3 (Stapelung von Paletten und Stapelbehältern))
19. Sie stellen fest, dass ein freistehender Palettenstapel deutlich, das heißt um mehr als 2 %, geneigt steht. Wie handeln Sie richtig?
Bei einer Neigung über 2 % ist der Stapel gefahrlos abzubauen. Anschieben oder Beschweren erhöht die Einsturzgefahr. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 5.3 (Stapelung von Paletten und Stapelbehältern))
20. Worauf kommt es bei der zulässigen Stapelhöhe von gestapelten Ladeeinheiten in erster Linie an?
Die Stapelhöhe richtet sich nach Tragfähigkeit, Zustand und Stapelbarkeit der unteren Ladeeinheiten, damit die Standsicherheit gewahrt bleibt. Beschädigte oder nicht stapelfähige Einheiten dürfen nicht hoch gestapelt werden. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 5.3 (Stapelung von Paletten und Stapelbehältern))
21. Sie sollen mehrere beschädigte und teils gebrochene Paletten übereinanderstapeln. Wie verhalten Sie sich korrekt?
Nur tragfähige, stapelbare Ladeeinheiten dürfen gestapelt werden; beschädigte Paletten gefährden die Standsicherheit und sind auszusortieren. So wird ein Einsturz des Stapels vermieden. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 5.3 (Stapelung von Paletten und Stapelbehältern))
22. Beim Stapeln im Lager gilt der Grundsatz für die Gewichtsverteilung. Welche Anordnung ist richtig?
Schwere, tragfähige Einheiten gehören nach unten, leichtere nach oben, damit der Stapel einen tiefen Schwerpunkt behält und standsicher bleibt. Schwere Lasten oben würden den Stapel kippgefährdet machen. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 5.3 (Stapelung von Paletten und Stapelbehältern))
23. Beim Absetzen einer Ladeeinheit auf einem Stapel oder im Regal darf die zulässige Belastung nicht überschritten werden. Welche Aussage ist zusätzlich richtig?
Die zulässige Belastung darf nicht überschritten und die Standsicherheit nicht beeinträchtigt werden; zudem dürfen Ladeeinheiten nicht stoßartig abgesetzt werden. Stöße können Stapel oder Regal destabilisieren. (DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 5.1.1 / 5.1.2 (Betrieb – Belastung))
24. Wie muss der Hubmast beim Ein- und Auslagern in der Höhe in einem Regal stehen?
Beim Ein- und Auslagern in der Höhe muss der Mast senkrecht stehen, damit die Last lotrecht über der Auflage abgesetzt wird und das Regal nicht angefahren oder überlastet wird. (DGUV Grundsätze der Staplerausbildung; DGUV Vorschrift 68 'Flurförderzeuge')
25. Warum sollte die Last beim Einlagern in großer Höhe nicht mit nach hinten geneigtem Mast abgesetzt werden?
Mit nach hinten geneigtem Mast wird die Last schräg eingebracht; sie liegt nicht sauber auf der Auflage und kann das Regal anstoßen oder ungleich belasten. Daher wird der Mast vor dem Absetzen senkrecht gestellt. (DGUV Grundsätze der Staplerausbildung; DGUV Regel 108-007 'Lagereinrichtungen und -geräte', Abschnitt 5.1)
26. In welcher Reihenfolge gehen Sie beim Einlagern einer Palette in ein hohes Regalfach grundsätzlich vor?
Erst am Regal positionieren, dann auf Fachhöhe heben, den Mast senkrecht stellen und die Last vorsichtig einfahren und absetzen; gefahren wird grundsätzlich mit abgesenkter Last. (DGUV Grundsätze der Staplerausbildung; DGUV Vorschrift 68 'Flurförderzeuge')
27. Sie fahren mit einem Regalstapler durch einen Schmalgang zum Auslagern. Wie sollten Sie sich beim Heranfahren an das Fach verhalten?
In Schmalgängen ist darauf zu achten, dass Regale und eingelagerte Lasten nicht angefahren werden; deshalb wird langsam und kontrolliert herangefahren. (DGUV Vorschrift 68 'Flurförderzeuge', § 35 Abs. 3 und 4)
28. Wie darf eine Last in einem Regal abgesetzt werden, das an einen Fahrbereich von Flurförderzeugen grenzt?
Lasten dürfen in den Regalen nur so abgesetzt werden, dass sie nicht in den Fahrbereich der Flurförderzeuge hineinragen. (DGUV Vorschrift 68 'Flurförderzeuge', § 35 Abs. 4)
29. Mit welcher Geschwindigkeit darf aus einem Schmalgang herausgefahren werden?
Aus Schmalgängen darf nur mit Kriechgeschwindigkeit (bis 2,5 km/h) herausgefahren werden. (DGUV Vorschrift 68 'Flurförderzeuge', § 35 Abs. 5)
30. Wie hoch darf das Lastaufnahmemittel beim Herausfahren aus einem Schmalgang höchstens angehoben sein?
Beim Herausfahren aus dem Schmalgang dürfen Lastaufnahmemittel und Fahrerplatz nur bodenfrei (bis 0,50 m über Flur) angehoben sein. (DGUV Vorschrift 68 'Flurförderzeuge', § 35 Abs. 5 i. V. m. § 2 Abs. 9 und 10)
31. Was bezeichnet der Begriff 'Schmalgang' bei Regalanlagen?
Ein Schmalgang ist ein Verkehrsweg in Regalanlagen ohne beidseitigen Sicherheitsabstand zwischen den am weitesten ausladenden Teilen des Flurförderzeugs einschließlich Last und festen Teilen der Umgebung. (DGUV Vorschrift 68 'Flurförderzeuge', § 2 Abs. 8)
32. Sie wollen mit einem Regalstapler in einen Schmalgang einfahren und erkennen, dass sich dort eine Person aufhält. Wie verhalten Sie sich richtig?
Mit Regal- und Kommissionierstaplern darf nicht in Schmalgänge eingefahren werden, in denen sich erkennbar Fußgänger aufhalten; eine Ausnahme gilt nur bei bestimmungsgemäßem Mischbetrieb mit Personen erkennenden Abschalteinrichtungen. (DGUV Vorschrift 68 'Flurförderzeuge', § 35 Abs. 1)
33. Beim Auslagern stellen Sie fest, dass die Palette im Fach leicht verschoben über die Auflage übersteht. Wie gehen Sie vor?
Die Last wird mit senkrecht stehendem Mast gerade aufgenommen, damit sie nicht verkantet, das Regal nicht beschädigt und die Last sicher auf der Gabel liegt. (DGUV Grundsätze der Staplerausbildung; DGUV Vorschrift 68 'Flurförderzeuge', § 35)
34. Wie sollte die Last beim Transport durch die Lagergänge zum Regal gehalten werden?
Während der Fahrt wird die Last bodennah und mit leicht zurückgeneigtem Mast transportiert; erst am Regal wird auf Fachhöhe gehoben und der Mast zum Absetzen senkrecht gestellt. (DGUV Grundsätze der Staplerausbildung; DGUV Vorschrift 68 'Flurförderzeuge')
35. Warum ist es gefährlich, mit hochgehobener Last und ausgefahrenem Mast durch den Gang zu fahren, statt erst am Regal zu heben?
Mit angehobener Last steigt der Gesamtschwerpunkt; die Kippsicherheit nimmt stark ab. Deshalb wird die Last erst unmittelbar am Regalfach gehoben und der Mast dort senkrecht gestellt. (DGUV Grundsätze der Staplerausbildung; DGUV Vorschrift 68 'Flurförderzeuge')